Willkommen in Phase 2!

Das ZO.RRO II Landesprojekt zur Dekarbonisierung der Energieversorgung in der Industrie

Die Demonstrationsphase des Energieprojekts ZO.RRO (Zero Carbon Cross Energy System) ist gestartet! Das ZO.RRO II Landesprojekt unter der Leitung der Hochschule Nordhausen, unterstützt von Verbundpartner Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V. erhielt am 23. Mai 2022 den Förderbescheid des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) über rund 2 Millionen Euro (Pressemeldung).

Die zweite Projektphase ermöglicht dem ZO.RRO II Team gemeinsam mit den Praxispartnern Leuchtturmprojekte in Form von Demonstratoren bis Ende 2024 zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es schnellstmöglich auf die erfolgten Analysen aus ZO.RRO I aufzubauen und Detailmessungen vorzunehmen.

Unser Ziel :

CO2-Emissionen reduzieren, Versorgung optimieren & den CO2-Footprint beteiligter Unternehmen nachweisen durch:

  • detaillierte Messungen zur Bewertung geeigneter Optionen in der Energieversorgung
  • Erkennen verdeckter Einsparpotentiale und größter CO2-Quellen
  • wirtschaftliche und ökologische Bewertung von einzelnen Anlagen
  • Nachweisführung über CO2-Fußabdruck und nachhaltige Entwicklung
  • Optimierung der Auslegung vin neuen Anlagen und Versorgungskonzepten
    (bspw. durch Nutzung von Photovoltaik, Energiespeicherung, Flexibilitätspotentiale, Elektromobilität)

Dafür setzen wir drei ZO.RRO-Tools ein :

1. CO2-Bilanzierung mit "ecocockpit" | 2. ZO.RRO Messtechnik | 3. Energiesystemrechner

Energiesystem-Rechner

In der ersten Phase des ZO.RRO-Projektes hat die Hochschule Nordhausen einen bisher einzigartigen digitalen Energiesytsem-Rechner als Open-Source-Software entwickelt. Das Ergebnis: Ein Energiesystemmodell, welches Transformationspfade und Szenarien für eine klimaneutrale Energieversorgung rechnen kann. Am Beispiel Thüringen wurde gezeigt, wie die Ziele des Thüringer Klimagesetzes realistisch unter Einsatz bestimmter Technologien erreicht werden können.

Die Open Source Software kann nun auch für andere Bundesländer, Regionen, Kommunen, aber auch für Energieversorger und Unternehmen genutzt werden und diese mit wissenschaftlich fundierten Szenarien unterstützen, um auch hier verbindliche Ausbauziele und Transformationspfade zu definieren. Daher wurde diese Entwicklung mit dem Thüringer Digital- und Open-Source-Preis 2022 am 25. Juni 2022 durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft ausgezeichnet und findet bereits breite Anwendung.

Im ZO.RRO II Landesprojekt werden mittels Energiesystem-Modell für jedes der Praxispartner die Energieflüsse und CO2-Emissionen ermittelt, analysiert und visualisiert. Durch schrittweise Programmierung von Szenarien, in die Messdaten der ZO.RRO-Messtechnik einfließen, wird individuell berechnet welche Technologien eine CO2-minimale Energieversorgung ermöglichen. Ziel ist eine realisitsche, kostenoptimale Systemauslegung zur Deckung des Energiebedarfs zu jedem Zeitpunkt.

Weitere Informationen | Zum Kurzvideo

Link zum Open-Source-Tool: doi.org/10.22032/dbt.50184

Meldung: Digital-Preis 2022 erhalten

ZO.RRO Messtechnik

Mehrwerte & Leistungen der ZO.RRO Messtechnik:

  • Detaillierte Erfassung der Energieverbräuche und CO2-Emissionen gemäß individuellem Messkonzept
  • Messdauer: ca. 1 Jahr
  • ermöglicht optimierte Berechnungen mit eigenen Daten
  • Daten fließen in Energiesystem-Rechner & CO2-Bilanz mit ecocockpit

CO2-Bilanz mit ecocockpit

Wichtige Grundlage zur Minimierung von Treibhausgasen ist die Kenntnis darüber wo, wieviel emittiert wird. ZO.RRO II nutzt das vom Land Thüringen bereitgestellte Online-Tool "ecocockpit" für die CO2-Bilanzierung für beteiligte Unternehmen. ecocockpit ermöglicht eine CO2-Bilanz als Nachweisführung nach den drei Scopes (Kategorien von Emissionsquellen) des international angewandten "Greenhouse Gas Protocoll" (GHG-Protokoll). Es wird unterschieden in (1) direkte Emissionen (Scope 1, z.B. Erdgasverbrennung), (2) indirekte Emissionen (Scope 2, z.B. durch bezogene Energien wie Strom, Wärme), (3) Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3 - weitreichende Betrachtung der Emissionen durch z.B. genutzte Rohstoffe, nachgelagerte Transportwege, Recycling der Produkte, usw.).

ZO.RRO-Praxispartner werden unterstützt bei der Erstellung des Basissetups, der Auswahl der Scopes und relevanter Detailtiefe sowie der Ermittlung von Werten, die zunächst berechnet werden müssen. Gewonnene Daten aus der ZO.RRO-Messtechnik fließen in die Analyse ein und ermöglichen eine realistische Ermittlung der CO2-Emissionen des Unternehmens. Im Ergebnis lassen sich die größten CO2-Quellen eines Unternehmens bestimmen und ein Nachhaltigkeitsbericht sowie Zertifikat erstellen. Es ist eine differenzierte Analyse nach Produkt / Standort oder Prozess möglich.

Projektförderung

Wir bedanken uns für die Projektförderung durch den Freistaat Thüringen.

ZO.RRO I Konzeptionsphase 2019 - 2022

Das ZO.RRO I Projekt endete am 30.06.2022. Alle Inhalte zur ersten Konzeptionsphase finden Sie hier im Archiv.

>> Alle Ergebnisse und Informationen zu ZO.RRO I

>> ZO.RRO Abschlusskonferenz vom 23. Mai 2022

ZO.RRO- Projekt Dokumentationsfilm (9 min)